Neue Chancen durch neue Bedarfsplanung?!

Seit Einführung der vertragsärztlichen Bedarfsplanung im Jahr 1993 bestand ein Sonderstatus für das Ruhrgebiet. Dieser wurde nunmehr durch Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses vom 17.11.2017 zum 01.01.2018 aufgehoben.

 Nach Ablauf einer Übergangsfrist von 10 Jahren sollen insgesamt 600 neue Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte im Ruhrgebiet geschaffen werden, die ersten 400 Niederlassungsmöglichkeiten innerhalb des 10-jährigen Übergangszeitraums. Nach Ende der Übergangsfrist gilt das bundeseinheitliche Planungsniveau. Für Psychotherapeuten sind im Ruhrgebiet bereits zum 01.01.2018 rd. 85 weitere Zulassungsmöglichkeiten entstanden.

 Entfallen zum 01.01.2018 sind auch die Sonderregelungen für die Facharztgruppen der spezialisierten fachärztlichen Versorgung. Somit gilt hier seit Beginn des Jahres 2018 erstmalig eine bundesweit einheitliche quantitative Grundlage zur Bestimmung der Ärztezahlen. Auch hierdurch werden im Ruhrgebiet neue Niederlassungsmöglichkeiten geschaffen, wobei jedoch in der allgemeinen fachärztlichen Versorgung eine einheitliche Verhältniszahl je Arztgruppe für alle Planungsbereiche des Ruhrgebiets erhalten bleiben soll.

 Die neuen Regelungen bieten zunächst einmal natürlich Chancen für Mediziner, die sich im Ruhrgebiet mit einer Vertragsarztpraxis niederlassen wollen. Auf der anderen Seite könnte dies jedoch auch dazu führen, dass zumindest kurzfristig die Preise für Praxen sinken. Hier werden die Auswirkungen abzuwarten sein.

Markus Winnacker, LL.M.